RG-2026-014
Der Tellenschuss – Historischer Holzstich nach Ludwig Vogel, Xylographische Anstalt Burr & Jeker Bern
ca. 1860–1880
Über das Werk
Ludwig Vogels Tellendarstellung gehört zu den meistverbreiteten Bildikonen des Schweizer Nationalmythos im 19. Jahrhundert. Die Berner Xylographische Anstalt Burr & Jeker war eine der renommiertesten Werkstätten ihrer Art in der Schweiz – Drucke aus ihrem Haus zirkulierten in Schulen, Bürgerhäusern und Vereinslokalen als Sinnbilder des helvetischen Freiheitswillens. Das Werk verbindet hochwertige Drucktechnik mit der emotionalen Kraft von Schillers Tell-Stoff und Maheimschen Versen im Schweizerdeutschen Original.
Sammler-Interesse
Wilhelm Tell ist weltweit eines der bekanntesten Symbole der Schweiz – vergleichbar mit dem Rütlischwur oder dem Matterhorn. Für Käufer aus den USA, Japan oder dem europäischen Ausland ist ein authentischer 19.-Jahrhundert-Stich dieses Sujets ein greifbares Stück Schweizer Identitätsgeschichte. Besonders attraktiv für Sammler von historischen Nationalbildern, Schiller-Enthusiasten und Schweiz-Liebhaber weltweit.
Provenienz
Aus einer Schweizer Privatsammlung: Dieser sorgfältig gerahmte Holzstich trägt alle Merkmale eines hochwertigen Bürgerhaus-Drucks aus der Blütezeit der Schweizer Druckgraphik. Der Verlag Dalp in Bern und die renommierte Xylographische Anstalt Burr & Jeker stehen für erstklassige Berner Verlagskunst der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Die vier schwyzerdütschen Tellenstrophen unter dem Bild – aus Maheims Tellenlied – machen den Druck zu einem kulturhistorischen Dokument, nicht nur zu einem Wandbild.
Inschriften
Titel: 'Der Tellenschuss.' / 'Nach L. Vogel.' / Links unten: 'Verlag der J. Dalp'schen Bank- u. Kunsthandlung (K. Schmid) in Bern.' / Rechts unten: 'Xyl. Anstalt von Burr & Jeker in Bern. – Druck von C. Grundach in Leipzig.' / Stecher-Signatur im Bild: 'Feldtmann delt.' und 'Burr & Jeker sc.' / Verse (vier Strophen, Mundart): 'Den Pilz wollt ich nit ehren, den ufgesteckten Huot; verdrosse den Zwingherren in sinem Uebernuot.' / 'Er fasst ein Anschlag eitel, dass ich muest schiessen gschwind ein Apfel von der Scheitel nim allerliebsten Kind.' / 'Ich bat Gott um sin Guete, un spannet uf mit Schmerz; vor Angst und Zwang im Bluete min väterliches Herz.' / 'Den Pfil kunnt ich wol setzen, bewahrst was der Knab; ich schoss ihn ohn Verletzen vom Houpt den Apfel ab.' / (Aus Maheim's Tellenlied.)