RG-2026-022

Solothurn – Vedute der Stadt mit Weissenstein, Stahlstich 19. Jahrhundert

ca. 1840–1865

Über das Werk

Dieser fein gearbeitete Stahlstich zeigt Solothurn – die «schönste Barockstadt der Schweiz» – in ihrer klassischen Panoramaperspektive mit dem unverwechselbaren Weissenstein-Steilhang als Naturkulisse. Die Kombination aus W. Jennys präziser Zeichnung und dem qualitätvollen Stich ergibt ein Blatt mit ausgezeichneter Tiefenwirkung. Solothurn war Sitz der französischen Botschaft und europäischer Kulturmittelpunkt – diese Ansicht bediente die grosse Reisenachfrage des 19. Jahrhunderts nach Schweizer Topographie.

Sammler-Interesse

Solothurn ist unter Schweiz-Kennern in Frankreich, Belgien und der Westschweiz (französischer Name «Soleure» im Titel!) besonders gefragt. Die zweisprachige Beschriftung SOLOTHURN · SOLEURE öffnet den Markt ausdrücklich in den frankophonen Raum. Für US-amerikanische und japanische Käufer steht der dramatische Weissenstein-Fels als Alpenpanorama im Vordergrund – genau das, was internationale Sammler unter «Swiss landscape» verstehen. Die datierte Widmung von 1976 gibt dem Stück eine greifbare Menschengeschichte.

Provenienz

Auf der Rückseite des Rahmens klebt ein handgeschriebener Zettel mit einer persönlichen Widmung: «Margot Rudinschli – Zum herzlichen Gedenken an deinen 40. Geburtstag. Mit den besten Wünschen für deine Zukunft! Hedi + Willi Braun, Dietikon, den 19.6.76.» – Ein Geschenk zum 40. Geburtstag, überreicht in Dietikon im Juni 1976. Dieser Stich hat also nicht nur kunsthistorischen Wert, sondern war für eine echte Person ein bedeutungsvolles Erinnerungsstück an ihre Heimatstadt Solothurn. Solche Provenienz-Geschichten machen ein Werk lebendig – und seltener als jeder anonyme Auktionsfund.

Inschriften

SOLOTHURN · SOLEURE | W. Jenny del. | [rechts] W. Pfalzner sc. (oder ähnlich, zweiter Name teilweise schwer lesbar)